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Respekt am Arbeitsplatz! 5 Tipps für besseres Arbeiten
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respektvolles Arbeiten

Respekt am Arbeitsplatz! 5 Tipps für besseres Arbeiten

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Respekt am Arbeitsplatz wirkt Wunder, auch wenn es bei manchen Mitmenschen schwerfällt. Der ungeduldige Chef, der unfreundliche Kollege oder die nervige Kundin – du kennst sie alle. Wie sich lässt Respekt am besten praktizieren lässt, erfährst du hier.

Was bedeutet Respekt eigentlich?

Auf den Punkt gebracht ist Respekt: höfliches, tolerantes und ehrliches Verhalten, das soziale Regeln einhält. Respekt ist eine Form der Aufmerksamkeit und Achtung, die sicherstellt, dass ein Mensch seine Würde wahren kann. Das wird auch im Grundgesetz als wichtiger Kern in Bezug auf den Schutz der Menschenwürde vermittelt. Im täglichen Miteinander bedeutet es, dass wir auf die Unversehrtheit eines Menschen achten. Im Gegensatz dazu äußert sich respektloses Verhalten als Verachtung, Intoleranz und fehlender Anstand.

Exkurs: Vertikaler und horizontaler Respekt

Psychologe Niels Van Quaquebeke beschreibt zwei Arten von Respekt: den vertikalen und den horizontalen Respekt.

Vertikaler Respekt: Diese Art von Respekt ist durch Hierarchieunterschiede gekennzeichnet. Es bezeichnet die Achtung gegenüber Gott, Eltern, Autoren, Sportlern, Musikern, Experten etc.

Horizontaler Respekt: Dies meint Respekt auf Augenhöhe in unterschiedlicher Intensität zwischen z. B. Freunden, Kolleginnen, Nachbarinnen oder Fremden.

Wie ausgeprägt der Respekt gegenüber einer anderen Person ist, lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Schwache Ausprägung: Akzeptanz, Toleranz, Höflichkeit
  • Normale Ausprägung: Wertschätzung, Achtung, Anerkennung
  • Starke Ausprägung: Hochachtung, Ehrfurcht, Angst

Warum Respekt am Arbeitsplatz so wichtig ist

Respekt bestimmt unser soziales Miteinander: In der Familie, unter Freunde, in der Schule oder eben auch am Arbeitsplatz. Wir möchten als eigenständiger Mensch respektiert und geschätzt werden. Das bedeutet nicht, dass wir verlangen, dass uns jeder mögen muss, aber dass wir einen respektvollen Umgang wert sind. Gelingt dieser Umgang nicht, führt dies schnell dazu, dass unser Selbstwertgefühl leidet.

Mangelnder Respekt kann sich dabei in Formen wie Mobbing, Unfairness o. Ä. ausdrücken. Und Hand aufs Herz: Welcher Mitarbeiter bringt gute Leistungen, wenn er keine Wertschätzung erfährt und sich ungerecht behandelt fühlt? Für alle Mitarbeiter und Chefinnen ist es daher von elementarer Bedeutung, ein respektvolles Miteinander zu fördern. Nur so funktionieren Arbeitsabläufe reibungslos, werden Informationen weitergegeben und Entscheidungen mitgetragen.

Tipps für mehr Respekt am Arbeitsplatz

Die folgenden Tipps helfen dir, in deinem Alltag mehr Respekt und Wertschätzung zu praktizieren.

1. Fehler, Erwartungen und Unzulänglichkeiten

Jedem passieren Fehler. Immer wieder. Kalkuliere sie also am besten gleich mit ein – genauso wie Kritik an deiner Arbeit. So bist du gewappnet, wenn dir genau das passiert. Schließlich wirst du niemals zu 100 % die Erwartungen deines Chefs oder deiner Mitmenschen erfüllen können – immerhin ticken sie anders als du selbst. Akzeptiere daher im Gegenzug auch, dass auch andere niemals zu 100% deine Erwartungen erfüllen können. Wenn du diese unrealistischen Erwartungen über Bord wirfst, erleichterst du dir das Leben mit deinen Mitmenschen.

2. Die Brille des anderen

Versuche bei Konflikten mal durch die Brille deines Kollegen zu schauen und seine Perspektive einzunehmen. Kannst du verstehen, was ihn oder sie bewegt? Indem du nicht auf deinem eigenen Standpunkt verharrst, sondern versuchst seine Perspektive einzunehmen, erkennst du die Motive deines Gegenübers. Wenn du erfährst, was ihn antreibt, was er hofft oder welches Ziel er verfolgt, dann kannst du auch seine Andersartigkeit leichter respektieren.

3. Dankbarkeit zeigen und Geschenke machen

Oft konzentrieren wir uns zu sehr auf das Negative, wenn wir über Mitmenschen oder uns selbst nachdenken oder sprechen. Aber genau dadurch baust du eine geistige Schranke auf. Mach dir bewusst, dass deine Gedanken Spuren hinterlassen. Wie wäre es stattdessen einen ganzen Tag lang nur positive Dinge zu sagen? Überlege dir, nur angenehme, fröhliche und warmherzige Äußerungen zu machen, indem du z. B. Komplimente machst, Freude ausstrahlst und dich auch für Kleinigkeiten bei deinen Kollegen bedankst. Auch ehrliches und respektvolles Feedback ist übrigens ein Geschenk.

4. Auf andere zugehen

Gerade mit schwierigen Zeitgenossen solltest du achtsam umgehen und immer wieder auf sie zugehen. Versuche großzügig zu sein und schenke ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Mit aufmerksamen Gesprächen bekundest du Interesse an deinem Gegenüber. Und wenn er sich respektiert und ernst genommen fühlt, wird er dir früher oder später vertrauen und sich doch noch öffnen.

5. Mit dem richtigen Ton Respekt bekunden

Was sagst du bei Konflikten zu deinen Kollegen und wie sagst du es? Die Art und Weise, mit der du deine Kritik übermittelst, muss zum Inhalt deiner Botschaft passen. Denn gerade in Kritikgesprächen ist eine respektvolle Haltung spürbar und wirkt sich positiv auf das Gespräch aus.

Wichtig dabei ist es, dass du kritische Punkte möglichst deutlich ansprichst. Flüchte dich keinesfalls in vage Formulierungen, sondern benenne die Aspekte ganz konkret. Kritisiere dein Gegenüber aber keinesfalls persönlich, sondern bleibe auf der Sachebene. Vorwürfe und persönliche Angriffe helfen niemals weiter. Versuche stattdessen dich in dein Gegenüber hineinzuversetzen: Vielleicht gab es ja einen guten Grund, warum er so gehandelt hat? Vermeide in einem Konfliktgespräch unbedingt Pauschalisierungen („immer gibt es hier Probleme“), sondern benenne den Anlass ganz konkret. Formuliere deine Botschaft nicht herabsetzend, sondern positiv. Mit Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen kommt man meist viel weiter!