schwierige Gespräche

Quick-fix für schwierige Gespräche: 5 Notfall-Tipps

Schwierige Gespräche laufen schnell aus dem Ruder, wenn du dich von deinen Emotionen leiten lässt. Beherzige daher die 5 Tipps in diesem Gastbeitrag von Rhetorik-Trainerin Sigrun Dahmer.

Schwierige Gespräche verursachen emotionalen Stress: Dein Puls rast, die Gedanken wirbeln durcheinander, dein gesamter Körper steht unter Spannung. Und warum? Weil du spürst, dass das Gespräch, das gerade stattfindet, kurz davor ist, aus dem Ruder zu laufen. Das Einzige, das dir jetzt helfen kann, ist ein SOS-Notfallplan.

Tipp 1: Gedanken-Stopp und Ruhe bewahren!

Mist, alles läuft schief, denkst du und empfindest eine seltsame Mischung aus Wut und Panik. Am liebsten würdest du jetzt die Tür zuknallen oder mit der Faust auf den Tisch schlagen. Solche impulsiven Wünsche sind normal, helfen dir jedoch nicht weiter. Im Gegenteil: Um während eines unangenehmen Gesprächs handlungsfähig zu bleiben, musst du Ruhe bewahren.

Zum Glück gibt es mehrere Tricks, die dich dabei unterstützen. So kannst du dir beispielsweise Zeit verschaffen, indem du versuchst, dich auf deinen Atem zu konzentrieren. Wenn du aber mit Yoga & Co. nichts anfangen kannst, hilft dir vielleicht folgende Ablenkungsstrategie: Beantworte dazu schnell im Kopf die folgenden beiden Fragen: Was hast du zum Frühstück gegessen? Was ist in der letzten Episode deiner Lieblingsserie passiert?

Und schon bist du emotional ein wenig auf Distanz gegangen. Manchmal reicht sogar schon der Blick aus dem Fenster, um Abstand zum Geschehen zu gewinnen.

Tipp 2: Schnellscan

Der nächste Schritt ist die Bestandsaufnahme:

  • Wie geht es mir körperlich?
  • Was denke und fühle ich?
  • Was ist passiert?
  • Wie geht es meinem Gegenüber?
  • Was will ich erreichen?
  • Was genau ist das Problem?
  • Was will mein Gegenüber erreichen?
  • Gibt es eine schnelle Lösung?
Tipp 3: Reden!

Wenn schwierige Gespräche eskalieren, verschlägt es uns oft die Sprache. Das ist fatal, denn Reden ist und bleibt die beste Medizin für Problemlösungen: Sobald du deine Gedanken in Worte fasst und sie deinem Gegenüber mit ruhiger Stimme erläuterst, gewinnst du die Kontrolle zurück.

Zeige Respekt und lasse auch dein Gegenüber zu Wort kommen, ohne es zu unterbrechen. Wem es darüber hinaus gelingt, seinem Gesprächspartner auch unter Stress in einem Punkt zuzustimmen, der kann viel Druck aus der Situation nehmen.

Tipp 4: Appelle sind gefährlich

In einer aufgeheizten Situation ist es wichtig, auf deine Wortwahl zu achten. Du hast vielleicht schon einmal gehört, dass allgemeine Ausdrücke wie „immer“ und „nie“ tabu sein sollen, da sie die Fronten verhärten. Aber auch auf Begriffe wie „müssen“, „sollen“ und die Befehlsform wirken schnell besserwisserisch und provozieren unser Gegenüber.

Du fährst besser damit, besonnen und möglichst konkret zu formulieren (nicht „immer“, sondern: „letzten Montag bei der Besprechung“) und Sachverhalte objektiv zu beschreiben.

Tipp 5: Gib dem Gespräch einen anderen Dreh!

Wenn die Aufregung sich gelegt hat, kannst du versuchen, den Gesprächsverlauf in eine neue Richtung zu lenken. Wenn du dich mit deinem Gesprächspartner beispielsweise nicht auf gemeinsame Ziele einigen kannst, ist die Frage, was ihr beide nicht wollt, hilfreich.

Viel Erfolg beim Ausprobieren dieser 5 Notfall-Tipps, denn das nächste schwierige Gespräch kommt bestimmt. Mache das Beste daraus!

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Sigrun Dahmer

Sigrun Dahmer

Sigrun Dahmer ist lizenzierte Schreibberaterin, Autorin und Rhetoriktrainerin. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Romanistik auf Lehramt in Köln. Dort arbeitet sie mittlerweile schon seit vielen Jahren als Gymnasiallehrerin. Gleichzeitig bietet sie Rhetorikcoachings an und schreibt sowohl Sachbücher als auch Romane. Sie absolvierte ein Aufbaustudium zur Schreibberaterin am Schreibzentrum der PH Freiburg und ist Dozentin für kreatives und literarisches Schreiben. Auf ihrem Blog: „Besser reden — besser schreiben“ informiert sie über aktuelle Trends und gibt Tipps, um in Beruf und Alltag erfolgreicher zu kommunizieren.

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