Drama, Baby! Mit Nudges zum Meeting Hero

Zonen-Nudge oder Meditation-Nudge: Im zweiten Teil seines Beitrags zeigt euch Sebastian Kernbach, wie ihr mit Nudges zum Meeting Hero werdet!

#6: Drama, Baby! Aber bitte mit Flip-Flop (Flip-Flop-Nudge)

Auch wenn es hier nicht um den „Bachelor“ oder „Germanys Next Topmodel“ geht, so kannst du doch auch Drama in jedes Meeting bringen.

Kreiere Drama, das keine Gerüchte streut, sondern alle weiterbringt. Suche bei einem Problem nicht sofort nach einer Lösung, sondern gehe einen kleinen Umweg via Flip-Flop. Zuerst kannst du das Problem verschlimmern, z.B. statt „Wie können wir neue Sponsoren für unseren Event gewinnen?“ könntest du dich fragen „Was müssen wir tun, damit wir nie im Leben irgendeinen Sponsor für unseren Event finden?“. Du darfst also auf gesunde Weise dramatisieren. Auf dieser Basis kehrst du dann das Ganze um und versuchst von diesen negativen Ideen wieder auf positive Ideen zu kommen. Damit generierst du nicht nur mehr Ideen, sondern auch originellere Ideen. In der Regel macht das dramatisieren richtig viel Spaß, auch am Nachmittag, wenn das Energielevel normalerweise niedrig ist.

#7: Kleb dir deinen Mund frei (Zonen-Nudge)

Probleme werden häufig nicht angesprochen oder vermeintlich verrückte Ideen werden nicht geteilt, weil sich Leute entweder zu schnell selbst zensieren oder die Umgebung es nicht zulässt. Eine Möglichkeit dies zu umgehen, ist das Kleben von Zonen mit Klebeband in Besprechungszimmern, in denen „laut denken“ erlaubt ist. Wir haben dies sogar in unserem Office installiert und es gibt dadurch wunderbar offene Gespräche, das kann richtig befreiend sein. Probiere es mal aus!

#8: Navigieren ohne Navi oder GPS (Navicons-Nudge)

Manche Besprechungen sind orientierungslos, weil der Zweck des Meetings gar nicht klar ist oder man sich in endlosen Details verliert. Sei der Meeting Held, indem du allen Teilnehmern eine einfache Orientierung ermöglichst. Mit Navicons kannst du und jeder Meeting Teilnehmer das Gespräch jederzeit in vier Richtungen hinterfragen: Um was geht es hier eigentlich, was ist das „Big Picture“? (Pfeil nach oben), Können wir mehr über die Details sprechen? (Pfeil nach unten), Wie sind wir in der Vergangenheit mit solchen Dingen umgegangen? (Pfeil nach links), oder Welche Auswirkungen hat dies für die Zukunft? (Pfeil nach rechts). Es ist so einfach und hilft dir die Gesprächsführung in Meetings konstruktiv zu leiten. Du kannst die Pfeile auf Haftnotizen zeichnen und jedem Teilnehmer ein Set an Navicons geben.

#9: Kick ohne Koffein aber mit Kopf (Meditation-Nudge)

Weißt du, was sie bei Google machen, um sich einen richtigen Kreativ-Kick vor jeder Besprechung zu geben? Nein, es ist weder Kaffee noch Red Bull, es ist Meditation. Vor jedem Kreativmeeting gibt es eine 5-minütige Meditation, mit der je nach Zweck des Meetings entweder das divergente Denken unterstützt wird, was dem Generieren von Ideen hilft, oder das konvergente Denken unterstützt wird, was bei der Auswahl von Ideen wichtig ist.

#10: Dein eigener Live-Stream (VisualEcho-Nudge)

Kreiere deinen eigenen Live-Stream in Besprechungen und schaue dir die Antworten der Teilnehmer live an. Mit einer Abfrage mit Mentimeter kannst du interessante Inhalte von den Teilnehmern erfragen und diese unmittelbar an die Teilnehmer zurückspielen. Das ist ein super Starter für Konversationen und eine echte Integration der Teilnehmer.

Jetzt bist du an der Reihe. Mit welchem dieser 10 Tricks wirst du bald zum Meeting Hero? Oder brauchst du noch mehr Inspiration? Dann schau‘ dir 90 weitere Tricks in unserem Buch an. Mehr Infos dazu findest du unter: www.meetupbuch.de. Da kannst Du übrigens auch deine eigenen Tricks hochladen.

P.S.: Nudges basieren übrigens auf der Nudge-Theorie, die 2017 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten hat. Mit diesen Nudges kann man sowohl produktives Verhalten fördern, als auch negatives Verhalten verhindern. Mehr Infos zu Nudges findest du in unserem Buch oder auf www.meetupbuch.de.

Sebastian Kernbach

Sebastian Kernbach

Dr. Sebastian Kernbach ist Lehrbeauftragter, Projekt Manager und Visual Coach an der Universität St. Gallen am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement. Er ist Gastprofessor an der Central University of Beijing und der African Doctoral Academy. Er gründete und leitet das Visual Collaboration Lab und war als Manager und Berater für verschiedene Organisationen tätig, u.a. Xerox, Interbrand, Art Basel, ABB, Europäische Zentralbank. Der Schwerpunkt von Sebastian Kernbach für Forschung, Lehre und Beratung liegt in den Bereichen Wissensvisualisierung, Managementkommunikation, Storytelling und Design Thinking.

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