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Kommunikationsquadrat: Die vier Seiten einer Nachricht
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Kommunikationsquadrat: Die vier Seiten einer Nachricht

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Hast du schon einmal vom Kommunikationsquadrat gehört? Dieses Modell hilft dir dabei, deine Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Wir erläutern es dir.

Vier Aspekte einer Nachricht

Kommunikation ist nicht einfach. Bestimmt hast du auch schon mal etwas falsch aufgefasst oder dein Gegenüber hat deine Nachricht missverstanden. Das Kommunikationsquadrat, entwickelt vom Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun, beschreibt die vier Aspekte einer einzelnen Nachricht. Mit diesem Modell wird klar, warum Kommunikation oft so schwierig ist. Wenn du es im Hinterkopf hast, kannst du deine Kommunikationsfähigkeit verbessern.

Als Sender kommunizierst du verbal oder mittels Körpersprache eine Nachricht an den Empfänger. Diese hat folgende vier Seiten:

  • Sachinhalt: Sachlicher Inhalt der Nachricht wie Fakten, Zahlen, Aufgaben oder Daten.
  • Beziehung: Blickwinkel des Sendenden auf die Beziehung zum Empfänger (Vermittlung von Wert- oder Geringschätzung).
  • Selbstoffenbarung: Persönliche Informationen des Senders, z. B. Gefühlslage, persönliche Sicht der Dinge.
  • Appell: Absicht des Sprechers, was dieser vom Empfänger erwartet (z. B. was dieser denken, fühlen oder tun soll). Diese Absicht kann mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck kommen.

Praxisbeispiel Kommunikationsquadrat

Um zu verdeutlichen, welche unterschiedlichen Nuancen in der Kommunikation entstehen und wie du sie mit dem Kommunikationsquadrat entlarvst, schau dir folgendes Beispiel an:

Sender: Mitarbeiter, Empfänger: Führungskraft

Hintergrund: Die Führungskraft bittet einen Mitarbeiter, einen Sachverhalt zu prüfen, an dem beide nicht beteiligt waren.

Nachricht des Senders (= Mitarbeiter): Dazu sind alle relevanten Unterlagen notwendig.

Die vier Aspekte, die der Sender gesendet hat:

  • Sachinhalt: Dazu sind alle relevanten Unterlagen notwendig.
  • Beziehung: Ich folge Ihren Anweisungen, doch ich kann mich nicht darauf verlassen, dass Sie an die wesentlichen Bedingungen denken.
  • Selbstoffenbarung: Ich bin in der Lage, die diesbezüglichen Erfordernisse abzuschätzen.
  • Appell: Sorgen Sie dafür, dass ich die nötigen Unterlagen erhalte.

Wie die vier Aspekte beim Empfänger ankamen:

  • Sachinhalt: Dazu sind alle relevanten Unterlagen notwendig.
  • Beziehung: Der Mitarbeiter traut mir nicht zu, selbst an die erforderlichen Unterlagen zu denken.
  • Selbstoffenbarung: Der Mitarbeiter legt Wert darauf seine Fachkenntnis zu betonen und die Kontrolle zu behalten.
  • Appell: Der Mitarbeiter möchte von mir, dass ich ihm die Befugnis erteile, die dafür notwendigen Unterlagen einzusehen.

Missverständnisse sind vorprogrammiert

Erkennst du die Übereinstimmung und die Unterschiede, die schnell zu Missverständnissen führen können? Es macht z. B. einen Unterschied, ob der Mitarbeiter die Unterlagen ausgehändigt bekommt, um in seiner gewohnten Umgebung damit zu arbeiten, oder ob er nur Zugang zu ihnen erhält.

Situationsbedingt kann es auch Einfluss auf das Verständnis haben, auf welcher Ebene die Nachricht am stärksten empfangen wird. So könnte es in unserem Beispiel zu Disharmonie führen, wenn für den Empfänger (meist unbewusst) der Fokus auf der Selbstoffenbarung liegt. Hier könnte die Führungskraft als Empfänger dem Mitarbeitenden (Sender) eine gewisse Arroganz unterstellen. Das könnte das Arbeitsverhältnis beeinträchtigen.

Du siehst, eine Nachricht wird durch diese vier Aspekte gefiltert aufgenommen. Denkst du in der Kommunikation daran, hilft es dir, dich präziser auszudrücken. Auch, wenn du mit etwas Abstand nochmal auf eine Unterhaltung blickst, kann dir das Modell helfen, die Unterhaltung neu zu deuten.