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Keine falsche Diplomatie: Probleme gehören auf den Tisch!
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zwei Frauen schauen in entgegengesetzte Richtungen

Keine falsche Diplomatie: Probleme gehören auf den Tisch!

 Sigrun Dahmer
Sigrun Dahmer
lizenzierte Schreibberaterin, Autorin und Rhetoriktrainerin

Kennst du das auch? Du bist unzufrieden, hast Stress mit einem Arbeitskollegen und gehst ihm darum so gut es geht aus dem Weg. Gleichzeitig nervt dich dein Ausweichen, denn am liebsten würdest du für klare Verhältnisse sorgen, reinen Tisch machen. Dennoch bist du unsicher, ob es eine gute Idee wäre, die Probleme tatsächlich anzusprechen.

Klar, du hast Angst, dass die Lage eskaliert, denn dein Manöver könnte leicht nach hinten losgehen. Und so fragst du dich, ob Diplomatie nicht die bessere Alternative wäre. Die Antwort lautet: Nein! In den meisten Fällen ist sie das nicht. Sprich das Problem besser an, denn das ist die effektivste Möglichkeit, es aus der Welt zu schaffen.

Messer schärfen und Säbel wetzen

Ruhig Blut! Das bedeutet nicht, dass du gleich bei jedem harmlosen Fehltritt in die Luft gehen sollst. Nobody is perfect: Missverständnisse oder kleine Versehen geschehen meist nicht aus böser Absicht, sondern gehören zum Berufsleben dazu.

Etwas anderes sind jedoch massive Grenzüberschreitungen und schon lange andauernde Konflikte. In diesen Fällen solltest du auf jeden Fall handeln, denn sonst ziehen dir die Probleme permanent Energie ab. Die Konsequenz? Aus einem kurzen, heißen Konflikt wird ein endloser kalter Krieg, der das Arbeitsklima im Unternehmen gefährlich vergiften kann.

Handeln? Unbedingt, aber mit Augenmaß

Die eigentliche Frage ist somit nicht, ob du ein Problem angehst, sondern wie du das machst. Am besten mit einer Palette unterschiedlicher Maßnahmen:

  • Ignoriere unbedeutendes, zufälliges Fehlverhalten
  • Reagiere non-verbal auf harmlose Grenzüberschreitungen (etwa durch einen verwunderten Blick oder das Heben einer Augenbraue)
  • Sprich den einmaligen Ausrutscher eines Kollegen nebenbei an. Beschreibe erst objektiv, was passiert ist und erläutere dann in einfacher, unaufgeregter Sprache, warum du dich dadurch gestört gefühlt hast.
  • Unfaire Verbalattacken solltest du allerdings sofort unterbinden. Ein kurzes Statement wie „du vergreifst dich im Ton“ reicht in vielen Situationen bereits aus. (Wichtig: Belass es bei der knappen Äußerung und rede dich nicht im Nachhinein noch um Kopf und Kragen!)
  • Handelt es sich um ein komplexe, schwerwiegende Probleme, solltest du um ein klärendes Gespräch unter vier Augen bitten. Sprich in diesem Fall den Konflikt nicht sofort an, sondern gib dir und deinem Gegenüber erst Zeit, euch zu beruhigen. Dadurch steigt die Chance, dass ihr nicht nur Dampf ablasst, sondern fair miteinander redet.

Wie funktionieren Krisengespräche?

Zu Beginn eines klärenden Gesprächs solltest du dich deinem Gegenüber erst einmal mit ein wenig Small Talk annähern. In der darauffolgenden Diskussion ist es wichtig, dass du bei dir selbst bleibst: Verwende „Ich“-Botschaften, höre aufmerksam zu und verzichte auf Schuldzuweisungen.

Mentales Schulterklopfen

Nachdem du dich mit deinem Gegenüber auf eine konstruktive Lösung geeinigt hast, kannst du das Gespräch mit ein paar verbindlichen Worten höflich beenden und dir in Gedanken auf die Schultern klopfen. Well done! Du hast die Konfrontation nicht gescheut, sondern bist souverän für dich und deine Bedürfnisse eingetreten!