Drohungen am Arbeitsplatz

Drohungen am Arbeitsplatz: So gehst du damit um

Leider sind es keine Einzelfälle – immer wieder werden Arbeitnehmer durch Kunden oder Kollegen am Arbeitsplatz bedroht. Wie du im Fall von Drohungen richtig reagierst, verrät dir unser Artikel.

Drohungen durch Kunden und Kollegen

Drohungen am Arbeitsplatz gehen hauptsächlich von zwei Gruppen aus – Kunden und Arbeitskollegen. Dabei kommt es häufig zu verbalen Drohungen: Verärgerte Kunden oder gereizte Kollegen machen ihrem Unmut Luft und vergreifen sich gegenüber ihren Mitmenschen erheblich im Ton. Aber auch Drohmails oder -briefe kommen als Mittel verbaler Gewalt vor.

Für eine Drohung reichen manchmal schon Kleinigkeiten wie z. B. eine Falschlieferung, die den Kunden erzürnt, oder die Eifersucht eines Kollegen, wenn er bei einem Prestigeprojekt das Nachsehen hat. Doch egal, um welche Form der Drohung es sich handelt, es ist keine angenehme Situation. Für den Betroffenen stellt sich die Frage: Wie gehe ich damit um?

Vorzeichen erkennen

Oft gibt es bereits erste Vorzeichen im Kontakt mit Kunden oder Kollegen. Traue ruhig deinem unguten Gefühl und beachte Folgendes:

  • Achte auf dein Bauchgefühl,
  • unterdrücke intuitives Handeln nicht,
  • denke zunächst an deine eigene Sicherheit,
  • versuche, wenn möglich, (im Gespräch) zu deeskalieren,
  • melde eine Drohung deinem Vorgesetzten und in schweren Fällen der Polizei.
So reagierst du bei Drohungen am Arbeitsplatz richtig

Mündliche Drohung: Siehst du dich einer verbalen Drohung gegenüber, gleich ob im persönlichen Kontakt oder telefonisch, versuche zunächst, das Gespräch zu beruhigen. Lass dich in keinem Fall provozieren und provoziere vor allem nicht zurück – dein Gegenüber ist in einer Ausnahmesituation und handelt womöglich impulsiv. Du willst nicht riskieren, dass das Gespräch eskaliert.

Auch wichtig: Signalisiere deinem Gesprächspartner, dass du sein Anliegen ernstnimmst. Handelt es sich um einen spontanen Wutausbruch ist mit diesen Maßnahmen, die Gefahr in den meisten Fällen gebannt. Hast du aber auch nach dem abgewandten Unheil noch ein schlechtes Gefühl, lass dies deinen Vorgesetzten wissen. Dann kann es helfen, dass sich ein interdisziplinäres Team aus Sozialpädagogen, Psychologen und Vertreter der Polizei zeitnah mit dem Ereignis beschäftigt und dem „Täter“ Hilfe anbietet. Das ist z. B. Teil des Bedrohungsmanagements beim Krisendienst Mittelfranken für Hochrisikofälle in Behörden.

Sollte es bereits davor dazu kommen, dass das Gespräch eskaliert, wende dich an die nächste Polizeidienstelle und unterrichte deinen Vorgesetzten.

Schriftliche Drohung: Hast du eine schriftliche Drohung in Form einer E-Mail oder eines Briefes erhalten, dann ist es wichtig, die Dokumente aufzubewahren. Bei einer Mail solltest du auch den Datenkopf des Dokuments inkl. des Versanddatums sicherstellen. Unterrichte auch hier deinen Vorgesetzten und erstatte nach Erhalt der Drohungen eine Anzeige. Bei Unsicherheit über das weitere Vorgehen, berät dich deine zuständige Polizeidienststelle.

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Drohungen am ArbeitsplatzWeitere hilfreiche Tipps im Umgang mit Drohungen am Arbeitsplatz, Prävention und Nachsorge, findest du in Holger Pressels Buch „Umgang mit Gewalt am Arbeitsplatz“.

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