Die Sprache der Macht: Dominanter ist besser?

Die Sprache der Macht: Ist es gut für Führungskräfte, in Gesprächen immer dominant zu sein? Oder hilft es, sich auch mal unterzuordnen?

Sind zwei Menschen miteinander im Gespräch, zeigt sich meist recht schnell, wer den Ton vorgibt und wer folgt. Schon in der Anfangsphase wird das unbewusst austariert – beispielsweise durch die Tonlage oder Gesten. So lange unklar ist, welche Seite die Nase vorn hat, kann das Gespräch, ähnlich wie bei einem Tanz, unharmonisch und dissonant verlaufen. Fragt man sich, wer den Ton angeben sollte, würdest du als Führungskraft wahrscheinlich immer sagen: „Ich, natürlich!“. Doch ist das wirklich so? Sollte die Sprache von Führungskräften immer dominant sein?

Dominanz: Besser dosiert

Auch wenn du qua Amt am längeren Hebel sitzt: In der Regel empfiehlt es sich nicht, das deinen Gesprächspartner auch so deutlich spüren zu lassen. Zumindest, wenn nicht gerade hart verhandelt wird oder jemand aktiv deine Autorität untergraben will. Er oder sie hält dich dann zwar für mächtig und überlegen. Aber in aller Regel nicht für besonders sympathisch. Deine Mitmenschen machen dann vermutlich lieber einen großen Bogen um dich. Konstantes Powerplay in Sachen Dominanz macht aber nicht nur einsam. Es kostet auch jede Menge Kraft. Frag dich also: Lohnt es sich für mich in diesem Gespräch, die führende Rolle zu übernehmen? Möglicherweise kannst du dich auch einfach mal führen lassen und unterordnen. Das entlastet dich und gibt deinem Gesprächspartner das gute Gefühl, auch mal das Heft in der Hand zu halten.

Dominanz kann Wege versperren

Empathie ist eine der Fähigkeiten, die Mitarbeiter an ihren Chefs wohl am meisten schätzen. Fühlen sie sich von dir verstanden, werden deine Mitarbeiter dir Dinge anvertrauen, die dich bei deinen Führungsaufgaben massiv unterstützen und euch als Team nach vorne bringen. Und: Du selbst brauchst auch Feedback, genau wie alle anderen. Sonst ist es für dich schwer bis unmöglich, dich als Führungspersönlichkeit wirklich weiterzuentwickeln. Feedback allerdings wirst du nur bekommen, wenn dich kein superdominanter Unantastbarkeitspanzer umgibt.

Gespräche auf Augenhöhe: Spitzenkräfte führen

Bei einer Gruppe kommt allzu dominantes Gebaren noch viel weniger gut an als bei allen anderen: Bei den Spitzenleuten in deinem Unternehmen, die du führst. Sie wissen, dass sie Experten sind. Und sie wissen, was sie wert sind. Hier gilt es, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Ihr solltet in jeder Gesprächssituation neu austarieren, auf wessen Hoheitsgebiet ihr euch gerade befindet. Derjenige wird dann entsprechend das Gespräch lenken. Nur wenn du die Kompetenz deines Spitzenpersonals respektierst und bereit bist, sie auch mal den Ton angeben zu lassen, wirst du sie führen können. Ein weiterer Vorteil: Du kannst ein Stück weit Verantwortung auf den Gebieten abgeben, auf denen andere die Spezialisten sind. Wer das Steuer übernimmt, kann später auch für die Folgen verantwortlich gemacht werden.

Wer mehr über Sprache als Mittel der Macht und Führungsinstrument erfahren möchte, dem sei „Die Sprache der Macht“ von Matthias Nöllke empfohlen. Hier erfahrt ihr mehr:

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