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Brainwriting: Auf die Stifte, fertig, los!
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Brainwriting: Auf die Stifte, fertig, los!

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Jeder hat es schon mal gemacht: Brainstorming. Weniger bekannt ist die schriftliche Alternative, genannt Brainwriting. Warum Brainwriting sich lohnt und wie du es anwendest, liest du hier!

Brainwriting vs. Brainstorming

Die Brainwriting-Methode zielt wie das Brainstorming auf eine wechselseitige Beeinflussung der Teilnehmer in der Ideenfindung ab. Allerdings werden bei dieser Methode die Ideen in Einzelarbeit notiert. Brainwriting bietet sich darum vor allem an, wenn die Ideenfindung in einer größeren Gruppe stattfindet oder Spannungen, z. B. durch Hierarchieunterschiede, zu erwarten sind.

Der Vorteil der Methode ist, dass auch stille Charaktere oder Menschen, die mehr Zeit zum Nachdenken brauchen, gleichermaßen zu Wort kommen. Im Folgenden stellen wir dir zwei Arten von Brainwriting vor, die Ideen garantiert voranbringen.

Kärtchentechnik

Der Name verrät es schon: Die Kärtchentechnik funktioniert nicht ohne Kärtchen. Dafür eignen sich größere Karteikarten oder du schneidest ein DIN-A4-Blatt in gleich große Stücke. Damit es kein Durcheinander gibt, sollte ein Moderator bestimmt werden, der die Session anleitet.

Vorgehen:

  1. Thema und Ziel der Suche werden definiert.
  2. Alle Teilnehmenden notieren jeweils eine Idee, die ihnen zum Thema spontan einfällt, auf ein Kärtchen.
  3. Nach 10 bis 15 Minuten sammelt der Moderator die Kärtchen ein und befestigt sie ohne bestimmte Struktur an einer Pinnwand.
  4. Der Moderator oder die Teilnehmenden tragen die Ideen vor und erläutern sie, falls es Verständnisprobleme gibt. Entstehen in diesem Rahmen weitere Ideen, können diese mitaufgenommen werden.
  5. Thematisch ähnliche Themen werden zu Clustern zusammengefasst.
  6. Die Bewertung der einzelnen Ideen sollte im Verborgenen stattfinden, damit die Teilnehmenden sich zuvor nicht gegenseitig beeinflussen. Die Teilnehmenden machen sich darum selbst Gedanken und heften z. B. farbige Klebepunkte für Platz 1, Platz 2 und Platz 3 an die Ideen.

Methode 635

Angedacht ist diese Methode für sechs Teilnehmende, aber sie funktioniert auch mit mehr oder weniger Teilnehmenden. Dabei werden drei Ideen in fünf Runden weiterentwickelt.

  1. Das Thema und das Ziel der Suche werden definiert und ein Formblatt mit mehreren Spalten ausgeteilt.
  2. In den ersten drei bis fünf Minuten wird die erste Zeile von jedem Teilnehmenden auf seinem Blatt mit jeweils drei Ideen versehen.
  3. Nach fünf Minuten werden die Zettel dem rechten Nachbarn weitergereicht und dieser ergänzt in der zweiten Zeile seine Einfälle zu den Ideen, die bereits auf dem Blatt stehen.
  4. Danach werden die Formulare noch fünfmal weitergereicht. Die Zeitintervalle können dabei gestreckt werden, damit keiner der Teilnehmenden unter Zeitdruck gerät und es genug Zeit gibt, alle Vorschläge zu lesen, bevor die eigenen eingetragen werden.
  5. Um am Ende die Ideen zu bewerten, können die Formulare noch einmal reihum gegeben werden, sodass jeder nochmal einen Überblick erhält. Dann schreibt jeder Teilnehmende drei der Ideen, die ihm am besten gefallen, auf ein gesondertes Blatt.