Von der Uni ins Startup – worauf Gründer achten sollten

Der Schritt in Richtung Existenzgründung steht gerade bei vielen Hochschulabsolventen hoch im Kurs. Dass dies gerade in dieser Altersklasse besonders häufig geschieht, hat einfache Gründe: Studienabsolventen haben eine besonders hohe Risikobereitschaft, da sie familiär ungebunden sind und meistens kaum Besitz haben. Sie leben oft noch in Studenten-WGs und haben geringe Lebenshaltungskosten. Zusätzlich kommen sie frisch aus der Uni und besitzen aktuellstes fachliches Know-how und der noch frische Kontakt zu Professoren und Kommilitonen erleichtert den Austausch.

Doch gibt es natürlich viele Hindernisse zu meistern und auch gute Geschäftsideen können an den einfachsten Dingen scheitern. Daher solltest du dir deiner Motivation, aber auch deiner Kenntnisse und deiner Schwächen bewusst sein, bevor du den Schritt in die Selbstständigkeit wagst.

Gründe für die Existenzgründung

Die Motivation für ein Startup ist meist an erster Stelle das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg, also überdurchschnittlichem Einkommen. Auch eine Innovationslust und der Wille, Herausforderungen zu meistern, müssen vorhanden sein. Viele Gründer wünschen zudem Unabhängigkeit und möchten ihr eigener Herr sein. Soziale Anerkennung und Selbstverwirklichung können ebenfalls Motive für eine Existenzgründung sein. Nicht zuletzt ist auch ein gewisses Rollenverhalten ausschlaggebend: Haben die Eltern zum Beispiel ein Familienunternehmen geführt, so ist der Gründungswille bei den Kindern ebenfalls sehr hoch.

Grundsätzlich besitzt jeder arbeitsfähige Mensch die Möglichkeit, ein Unternehmen zu gründen. Doch in der praktischen Umsetzung musst du die eigene Komfortzone verlassen. Und akzeptieren, dass sich deine Lebenssituation stark verändern wird. Es bedarf also eines starken Impulses, den Schritt in die Unabhängigkeit zu wagen.

Selbstständigkeit: Das solltest du mitbringen

Ein Entrepreneur muss neben der richtigen Motivation aber auch bestimmte Charaktereigenschaften vorweisen können. Laut der Definition des Ökonoms Joseph Alois Schumpeter besitzt ein Gründer eine große Schöpfungslust und –kraft, die es ihm ermöglicht, Ideen und Erfindungen erfolgreich in Innovationen umzusetzen.

Viele Studien belegen dies: Unternehmensgründer besitzen zum Beispiel eine sehr hohe Leistungsorientierung und –bereitschaft und schätzen berufliche Herausforderungen. Sie sind davon überzeugt, dass ihre Idee umsetzbar ist. Sie besitzen eine große Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen, wenn es mal nicht so rund läuft. Außerdem wurde ihnen eine starke soziale Kompetenz bescheinigt, denn es ist wichtig, gute Kontakte zu Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Beratern und Banken zu pflegen. Auch Flexibilität bei sich ständig ändernden Bedingungen und eine Problemorientierung sind für die Gründung eines Startups nicht zu unterschätzen.

Kenn deine Stärken und Schwächen

Auf der Ebene der fachlichen Kenntnisse wird ein anderer Aspekt häufig vergessen: Es genügt nicht zu wissen, wie der Produktionsprozess des zu verkaufenden Produkts aussehen soll. Auch das Wissen in kaufmännischen, rechtlichen, steuerrechtlichen und anderen Bereichen muss abgedeckt werden können, damit das Startup gelingt.

Ob für dich eine Unternehmensgründung in Frage kommt, kannst du ganz praktisch in einer Stärken-Schwächen-Analyse einschätzen. Dabei solltest du nicht nur deine Motivation und deine Charaktereigenschaften berücksichtigen, sondern auch den Stand und Umfang deines Know-hows. Durch eine realistische und ehrliche Beurteilung können Fehler und Rückschläge vermieden werden. Im Anschluss an diese Analyse kannst du damit beginnen, die Geschäftsidee auszuarbeiten und einen Businessplan zu erstellen.

Mehr lesen: „Existenzgründung für Hochschulabsolventen“ von Bernhard Plum, Michael Gehrer und Jürgen Schmidt.

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