Gründen mit Sinn – Wie du Geld verdienst und Gutes tust!

Hast du dich schon einmal gefragt, ob dein Job Sinn macht? Ob es sich lohnt, tagaus, tagein deine Lebenszeit darin zu investieren, deine Ideen und deine Energie? Und die Frage hast du mit „nein“ beantwortet? Warst du das eine oder andere mal genervt, enttäuscht, traurig oder verzweifelt, wenn du gesehen oder gehört hast, wie viele Menschen weltweit keine Chancen haben, egal wie pfiffig, gut gebildet oder ambitioniert sie waren? Und: Hast du dir gewünscht, etwas tun zu können, um etwas dazu beizutragen, dass es etwas gerechter zugeht oder hast sogar eine Idee gehabt, aber sie (noch) nicht umgesetzt?

Dann geht es dir wie mir! 

Diese drei Fragen und die entsprechenden Antworten haben mich dazu bewogen, genauer hinzuschauen, was ich mit meiner Karriere anfangen will. Ich habe angefangen, mich stärker mit mir als berufliche und unternehmerische Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Anhand der Karriereanker von Ed Schein (und einer sehr guten Coachin, die mich in dem Prozess begleitet hat!) habe ich herausgefunden, was für mich die wertvollsten und wichtigsten Säulen in meinem Berufsleben und als Unternehmerin sind. Dabei habe ich herausgefunden, dass sich für mich Vieles, was meine Karriere angeht, nicht wirklich von dem trennen lässt, wer ich wirklich BIN und dass ich ähnliche Werte im Job wie privat vertrete. Auch wenn ich nun schon seit über 10 Jahren selbstständig bin, folgte aus dieser Erkenntnis ein konsequenter weiterer Schritt.

Das Gründen des social startups „Afara Academic Publishing“. Und das kam so:

Eines Tages hatte ich meine Freundin aus dem Jemen am Telefon, die mir erzählte, dass sie, obwohl studierte Anglistin, erfahrene Lehrkraft und Social Entrepreneurin nicht mehr wusste, wie sie ihre Familie in dem eskalierenden Konflikt, der im Jemen tobte, durchbringen sollte. Noch während wir diskutierten, ob wir einen gemeinsamen Blog schreiben sollten, um auf die Nöte von AkademikerInnen, KünstlerInnen und anderen Intellektuellen im Jemen hinzuweisen, explodierte eine Bombe in der Nähe ihres Hauses. Ich hörte das Krachen am Telefon und ihre erschreckte Stimme, die etwas auf arabisch rief. Die Leitung brach ab. Ich saß in der Stille meines Berliner Wohnzimmers.

Nachdem ich mich vom Schock erholt hatte (und ihre Nachricht bekam, dass sie wohlbehalten war) kam mir eine Idee. Ich wollte Akademikerinnen aus konflikt- und armutgebeutelten Ländern eine Stimme geben, indem ich ihre Forschung online zugänglich machen und ihnen aus dem Verkauf ihrer Publikationen ein Honorar zahlen würde. Das würde sie motivieren, weiter zu forschen und etwas zu verdienen. Aber das alleine reichte nicht. Meine Kunden sollten nicht nur die Publikationen kaufen, sie sollten auch die Möglichkeit haben, sich mit den Publizierenden zu vernetzen, neue Initiativen und Unternehmungen gemeinsam zu gründen, über Kontinente und kulturelle Grenzen hinweg. Die Idee wurde zum Konzept. Mein IT-affiner Teamkollege Simon gab die notwendige, strategische IT Lösung dazu und fertig war ein innovatives, soziales Geschäftsmodell. Wir waren begeistert, berührt und voller Energie, das social startup zum Schlager zu machen.

Und tatsächlich. Was nun geschah war wie ein Märchen:

Das Modell unseres social startups gewann gleich zwei Innovationspreise, (FU Profund Research to Market Challenge und den Erfinderinnenpreis) bekam schon eine erste kleine Förderung und ist offizieller Partner der Freien Universität Berlin. Im Frühjahr 2018 wird es offiziell gelauncht.

Klick aufs Bild zum Video:

Sonja Andjelkovic gewinnt mit ihrer Erfindung „Afara Academic Publishing“ den Erfinderinnenpreis in der Kategorie „Geschäftsmodell & Organisation“. Diese neuartige Datenbank stellt Primärquellen und Forschungsergebnisse für hiesige ForscherInnen bereit und ermöglicht den beteiligten AkademikerInnen in den Partnerregionen (derzeit vornehmlich in Afrika) durch den Verkauf ihrer Publikationen eine Chance auf Einkommen.

Lange Rede kurzer Sinn:

Wenn du dir die obigen Fragen stellst, lass dich darauf ein. Fang an zu forschen in dir und in deinen sozialen Netzwerken, welche social startup Ideen für ein spezifisches Problem es schon gibt. Lass dich inspirieren, wie du Sinnvolles tun und Einkommen für dich und andere schaffen kannst. Und suche dir ein Team, das an die selben Werte glaubt wie du.

Werde social entrepreneur, es gibt nichts Besseres!

Mehr über das Projekt „Afara Academic Publishing“

Hier ein Artikel über den Erfinderinnenpreis

 

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Sonja Andjelkovic

Sonja Andjelkovic

Sonja Andjelkovic, Studium der Geschichts- und Kulturwissenschaften und Ausbildung zum Systemischen Coach, ist als Trainerin für international agierende Organisationen tätig. Arbeitsschwerpunkte sind Trainings in interkultureller Kompetenz, Verhandlungsführung und internationaler Moderation sowie Beratung in der Personal- und Organisationsentwicklung. Interkulturelle Erfahrungen sammelte sie im arabischen Raum, Afrika, Südosteuropa und Asien.

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