Wieso du im Bewerbungsgespräch mehr Lego spielen solltest!

Wer kennt das nicht? Beide Seiten sind aufgeregt und zugleich neugierig auf das Bewerbungsgespräch. Zumindest war das mal so. Inzwischen ist es doch eher ziemlich abgedroschen. Die meisten wissen ganz genau, was sie erwartet und nach einem Blick in den Lebenslauf kommen schon die klassischen Fragen. Die meisten Bewerber wissen jetzt, was kommt: „Bitte plaudere aus dem Nähkästchen und erzähl‘ uns eine deiner Schwächen.“ Nun wissen die meisten Führungskräfte, was kommt: Geduld. Also eine Schwäche, die einem so oder so ausgelegt werden kann.

Muss das wirklich sein? – Es wäre doch für beide Seiten ein Vorteil, ein respektvolles und vertrauensvolles Gespräch zu führen!

Vor drei Jahren habe ich ein neues Format kreiert, um einerseits agiles Arbeiten direkt zu Anfang eines Gesprächs zu verdeutlichen, aber auch um eine Atmosphäre zu schaffen, in der eine Offenheit entsteht, die beiden Seiten ermöglicht, danach zu wissen, ob es eben passt oder auch nicht.

LEGO® Serious Play® erzeugt die Möglichkeit, Hand und Kopfarbeit zu verbinden, was wiederum kreatives und sehr transparentes Arbeiten ermöglicht – da war der Anfang geschaffen. Aber wie funktioniert das Ganze genau?

Mehr Freiraum und Kreativität

Der Bewerber bekommt vier Fragen gestellt, die im Rahmen seiner zukünftigen Tätigkeit und seiner Persönlichkeitstendenzen relevant sind. Für jede Frage hat der Kandidat zwei Minuten »Bauzeit«, danach erklärt er sein Gebautes. Es dürfen von der Führungskraft nur Fragen zum »Bau‹« gestellt werden, nicht zum Erzählten, was dem Bewerber mehr Freiraum und Kreativität ermöglicht. Als Beispiel: Was meint er mit der Leiter? Oder der Krone? Für was steht das?

Spannend ist nach den vielen Jahren, die ich das so betreibe oder Organisationen geholfen habe, das Verfahren umzustellen, Folgendes:

Sie können Tendenzen wahrnehmen, ob der Bewerber eher analytisch oder gefühlt seine Umgebung wahrnimmt und gestaltet. Ob jemand bereit ist, sich auf neue Situationen einzustellen; oder der Bewerber bereit ist, sich zu reflektieren. Entscheidend hierbei ist – es macht jede Menge Spaß und ein authentisches Gespräch hat beidseitig stattgefunden, ehrlicher als ich es davor erlebt habe.

Also – nun bist du an der Reihe, gebe deinem Bewerbungsgespräch mehr Power und Kreativität. Du wirst überrascht sein, was du dafür zurückbekommst.

Lass‘ dich gerne auch detaillierter von meinem Buch Agil geht anders inspirieren.

Dominique Stroh

Dominique Stroh

Dominique Stroh ist seit über 10 Jahren Führungskraft und Beraterin.
Durch den stetigen Wandel haben sich die Arbeitsweise, Führungsideale und ganze Geschäftsmodelle stark verändert. Das Rüstzeug und die Methodik auch. So ist sie in die agile Welt gekommen, mit der Idee Führung außerhalb der klassischen Hierarchie zu denken, viel mehr die Arbeitswelt neu zu betrachten – auf Future Work zu setzen. Es geht darum, Unternehmen neu zu denken und die richtigen Tools zu wählen,
dabei treffen sich klassische Management-Tools mit agilen Tools wie Scrum, Design Thinking und Co. Aber der Mensch steht immer im Fokus. Als Business Coach, Agile Coach/Scrum Master, als Autor oder Speaker möchte sie die neue Arbeitswelt leicht gestalten. Das ist Future Work. Dein Rüstzeug für die Zukunft.

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