Vorstellungsgespräch: So packst du knifflige Fragen!

Vorstellungsgespräch: Allein das Wort lässt bei dir den Puls nach oben schießen? Klar, hier geht’s ja schließlich um deine berufliche Zukunft. Eine gewisse Anspannung ist gut und gehört dazu. Doch wenn kritische Fragen kommen, schlägt das Ganze schnell ins Gegenteil um. Und statt einem souveränen Bewerber sieht sich der Personaler plötzlich einem hektischen und um Worte ringenden Häufchen Elend gegenüber. Damit dir das nicht passiert, haben wir ein paar Tipps für vielleicht etwas kniffligere Fragen im Vorstellungsgespräch.

Business-Buzzwords, die dann aber doch nicht so ganz klar sind. Oder Fragen nach persönlichen Stärken oder Werten: So manche Frage kann dich als Bewerber im Vorstellungsgespräch schon ein wenig ins Schleudern bringen. Hier ist Vorbereitung wichtig. Diese Tipps helfen dir dabei.

„Was bedeutet für Sie Flexibilität?“

Kaum eine Stellenanzeige, die ohne dieses Wort auskommt: Flexibilität. Die meisten würden sich das vermutlich sofort auf die Fahnen schreiben – doch was genau versteht man eigentlich darunter? So lange du nicht weißt, wie genau sich deine Flexibilität im (Arbeits-)Alltag konkret zeigt, solltest du davon absehen, dir das zuzuschreiben – das gleiche gilt übrigens für jede andere persönliche Eigenschaft. Konkret kann Flexibilität bedeuten, dass man auf Veränderungen oder unvorhergesehene Ereignisse schnell und angemessen reagieren kann. Ein ganz banales Beispiel aus dem Joballtag: Mitten in der Kundenpräsentation versagt der Beamer. Hier heißt es, nicht den Kopf zu verlieren und hektisch zu werden. Sondern souverän und so entspannt wie möglich nach einer Lösung zu suchen. Bringst du so etwas an, weiß jeder, was du unter dem Begriff „Flexibilität“ verstehst.

„Was verstehen Sie unter Loyalität?“

„Loyalität ist für mich Verlässlichkeit, Geradlinigkeit und Integrität“. Ja, alles nett und vor allem alles richtig. Dennoch ein wenig dünn. Werd lieber konkret. Beispiel: Du hast bereits erlebt oder gehört, dass in einem Unternehmen neue Strukturen eingeführt werden sollten, von denen das Team nicht gerade begeistert war. Nach langen und teils harten Diskussionen hat sich die Führungsriege mit ihren Vorstellungen durchgesetzt. Loyales Verhalten bedeutet nun, sich dem Beschluss zu beugen und das neue Konzept nicht heimlich und hintenrum zu untergraben. Wer das nicht kann, sollte den Job wechseln.

„Warum möchten Sie Ihr Unternehmen bereits in der Probezeit verlassen?“

In der Probezeit sollen alle Beteiligten klären, ob man zusammenpasst. Und so kann es natürlich auch vorkommen, dass du im Vorstellungsgespräch als Bewerber erklären sollst, warum du schon in den ersten Wochen den Job wechseln möchtest. Von der Antwort, dass das Team einfach furchtbar war und du dich mit deinen KollegInnen einfach nicht verstanden hast, solltest du an dieser Stelle absehen. Auch wenn es der Wahrheit entspricht und es in deiner jetzigen Firma vor Profilneurosen und Macken nur so wimmelte – es entsteht eventuell doch der Eindruck, als würdest du leicht anecken und wärst nicht besonders teamfähig. Besser ist es, sich auf die inhaltliche Seite deiner Aufgaben zu beziehen. „Mit dem Team hat alles gepasst und auch zu den Vorgesetzten hatte ich einen guten Draht. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dort an der richtigen Stelle zu sein und in meiner Aufgabe langfristig Sinn finden zu können. Deshalb möchte ich schnellstmöglich umsteigen und eine neue Richtung einschlagen“. Diese Antwort werden die meisten Personaler als glaubwürdig akzeptieren.

Mehr Infos?

Du hast weitere Fragen rund um dein Vorstellungsgespräch? Dann hilft dir „101 Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch“ von Claus Peter Müller-Thurau weiter, erschienen bei Haufe.

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