Kündigung

Kündigung erhalten? Das musst du jetzt tun

Your’re fired! Betriebsbedingte Kündigungen bleiben in Corona-Zeiten mangels Aufträgen und Umsatzeinbrüchen leider nicht aus. Aber nicht verzagen, nach dem Job ist vor dem (nächsten) Job! Was du im Falle einer Kündigung veranlassen und bei der weiteren Jobsuche beachten solltest, zeigt dir dieser Beitrag.

Schnellstmöglich arbeitslos melden

Erhältst du von deinem Arbeitgeber die Kündigung, bist du dazu verpflichtet dich umgehend bei der zuständigen Arbeitsagentur als arbeitssuchend zu melden. Das ist schon allein deshalb ratsam, um spätere Finanzierungslücken oder Sperren zu vermeiden. Denn das Arbeitslosengeld wird rückwirkend ab dem Zeitpunkt gezahlt, zu dem du dich offiziell arbeitslos gemeldet hast. Das Arbeitslosengeld musst du schriftlich beantragen. In diesem Antrag musst du Fragen zum bisherigen Arbeitsverhältnis und den Kündigungsgründen beantworten, auch der Arbeitgeber muss dazu Stellung nehmen.

Tipp: Bei personen- oder betriebsbedingten Kündigungen gibt es in der Regel keine Schwierigkeiten hinsichtlich der Bewilligung des Arbeitslosengeldes. Nur bei verhaltensbedingter Kündigung könnte dir die Arbeitsagentur vorwerfen, die Arbeitslosigkeit „leichtfertig selbst verursacht“ zu haben. Das zieht meist eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld nach sich. Daher solltest du überlegen, ob du in diesem Fall eine Kündigungsschutzklage einreichst, um eine Sperrzeit zu vermeiden.

 Arbeitszeugnis verlangen

Für die weitere Jobsuche solltest du von deinem Arbeitgeber schnellstmöglich ein qualifiziertes und möglichst zeitnah ausgestelltes Arbeitszeugnis verlangen. Dies kann zunächst auch ein Zwischenzeugnis sein, das du für schnelle Bewerbungen nutzen kannst. Diese Version kann später dann als Endzeugnis umformuliert werden.

Tipp: Zeitnah ausgestellte Zeugnisse sind erfahrungsgemäß ausführlicher und individueller, denn die zu beurteilenden Aufgaben sind im Gedächtnis noch „frisch“. Gibt es strittige Formulierungen zu einzelnen Punkten, lassen sich diese leichter ausräumen, so lange du noch in der Firma angestellt bist.

Resturlaub einvernehmlich klären

Viele Arbeitnehmer glauben, dass sie ihren Resturlaub noch vor dem letzten Arbeitstag nehmen können und planen entsprechend mit einem früheren Austrittsdatum. Das solltest du aber unbedingt mit deinem Vorgesetzten klären. Denn der Arbeitgeber bestimmt normalerweise über die Lage und Verteilung deines Urlaubs und kann daher verlangen, dass du z. B. ein wichtiges Projekt noch fertigstellst.

Tipp: Nicht genommenen Urlaub kannst du dir auszahlen lassen, das ist allerdings keine Pflicht. Du hast auch die Möglichkeit, den nicht genommenen Urlaub zum neuen Arbeitgeber zu übertragen. Der neue Arbeitgeber kann dadurch weder von dir oder deinem alten Arbeitgeber Schadensersatz verlangen.

 Vitamin B bei der Jobsuche nutzen

Auf der Suche nach einem neuen Job kannst du natürlich auch deine bisherigen geschäftlichen Kontakte nutzen. Allerdings solltest du dabei mit Fingerspitzengefühl vorgehen und z.B. nur nach Feierabend nach einem neuen Job fragen! Zunächst solltest du nur die allgemeine Absicht bekunden, dass du „eventuell“ die Stelle wechseln möchtest. Denn hierbei gilt – Stichwort Wettbewerbsverbot – , dass du für die Dauer der Kündigungsfrist sämtliche Handlungen unterlassen musst, die im Wettbewerb zu deinem bisherigen Arbeitgeber stehen. Bist du dort nicht mehr beschäftigt, musst du keine Beschränkungen mehr fürchten. Ausnahmen gibt es nur, wenn in deinem Arbeitsvertrag ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart wurde.

Tipp: Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot gilt aber nur, wenn dir dein alter Arbeitgeber dafür auch eine sogenannte „Karenzentschädigung“ bezahlt.

Team Karriere Boost

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