Vorstellungsgespräche: Du musst dich verkaufen!

Wenn es darum geht, deinen Traumjob zu bekommen, ist vornehme Zurückhaltung beim Jobinterview nicht das richtige Mittel. Vielmehr muss du deine Stärken offensiv, aber dennoch seriös in Szene setzen, wie der folgende Buchauszug zeigt:

Ein Bewerbungsgespräch ist immer auch ein Gespräch, in dem Sie Ihre Qualifikationen und Ihr Leistungspotenzial, sprich: Ihr Können verkaufen. Entscheidend ist dabei, wie gut Sie es verstehen, Ihre Gesprächspartner von Ihren Kompetenzen zu überzeugen, und nicht, wie überzeugt Sie selbst von Ihren bisherigen Leistungen und Ihrer Leistungsfähigkeit sind.

Wenn Sie Personalleiter fragen, worauf sie bei der Auswahl von zukünftigen Mitarbeitern besonderen Wert legen, werden Sie häufig auf die Aussage treffen: „Wichtiger als gute Noten ist uns, dass ein Bewerber authentisch deutlich machen kann, dass er mit seiner Persönlichkeit zu unserem Unternehmen passt“. Bereiten Sie sich so vor, dass Sie Ihr Ziel, sich selbst, Ihren bisherigen Werdegang, Ihre bisherigen beruflichen Stationen, aber auch kleine Schwächen und Lücken in positivem Licht und überzeugend verkaufen können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es Ihnen gelingt, Ihren Gesprächspartner von dem Nutzen und den Vorteilen zu überzeugen, die er und das Unternehmen haben, wenn Sie eingestellt werden. Mit Fragen nach Stärken, Schwächen, Werten, Zielen und Motivation wollen Ihre Gesprächspartner Ihnen auf den Zahn fühlen, mögliche Schwachpunkte erkennen und deren Auswirkungen auf Ihre Leistungsfähigkeit für das Unternehmen einschätzen.

Wo liegen meine Stärken?

Wir glauben zwar, dass wir uns selbst ganz gut kennen, wenn uns jemand aber gezielt fragt, was wir gut können, was wir an uns mögen und was unsere Stärken sind, kommen wir ins Grübeln und Stottern. Häufig fällt es uns leichter zu sagen, was wir nicht an uns mögen, was wir nicht können und was unsere Schwächen sind. Im Vorstellungsgespräch wollen Sie aber Ihre Stärken und Vorzüge als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter verkaufen. Sie sollten sie also kennen.

Schritt für Schritt: Informationen sammeln

  1. Sammeln Sie alles, was Ihnen zwischendurch zu Ihnen einfällt. Unter anderem haben Sie dafür Ihre Sammelmappe angelegt.
  2. Nehmen Sie sich eine Auszeit für ein persönliches Brainstorming. Das heißt, alles aufzuschreiben, was Ihnen einfällt, ohne es im ersten Schritt zu werten. Stellen Sie sich selbst Fragen. Anregungen finden Sie bei „Fragen für Ihr Brainstorming“ auf den folgenden Seiten und im Interviewleitfaden im Anhang.
  3. Wenn Sie alles notiert haben, bewerten Sie die einzelnen Punkte. Bewertung heißt z.B.: Kann ich das wirklich? Ist das wirklich so? Wie gut kann ich es (Wertung z.B. auf einer Skala von eins bis sieben)?
  4. Fragen Sie Freunde und Bekannte nach ihrer Einschätzung Ihrer Person, Ihren Stärken und Ihrer Leistungsfähigkeit. Prüfen Sie für sich, inwieweit Ihre Selbsteinschätzung mit der Einschätzung anderer übereinstimmt. Sie werden hier eine Menge Anregungen finden. Fragen Sie ruhig, wie Ihre Freunde zu dieser Einschätzung kommen, in welchen Situationen sie diese Kompetenzen, dieses Verhalten bei Ihnen erlebt haben.
  5. Grenzen Sie nun die Punkte, die Sie notiert haben, auf die für Ihre Berufstätigkeit wesentlichen Aspekt ein. Diese Punkte bilden den Leitfaden für Ihre Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch.

Warum Sie Ihre Stärken kennen sollten

Ihre vorbereitende Auseinandersetzung mit Ihren eigenen Kompetenzen ermöglicht es Ihnen, im Vorstellungsgespräch überlegt und souverän aufzutreten und authentisch über sich selbst zu sprechen. Ein bedeutender Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass Sie begründen können, warum Sie der Meinung sind, dass Sie kreativ, sehr strukturiert oder teamfähig etc. sind. Sie können herausstellen, aufgrund welcher Gegebenheiten und Erfahrungen Sie zu dieser Selbsteinschätzung gekommen sind und wobei Sie diese Fähigkeiten und Kompetenzen unter Beweis stellen konnten. Nichts ist schlimmer in einem Vorstellungsgespräch, als in den Raum gestellte Aussagen zu Kompetenzen und Fähigkeiten auf Nachfrage nicht begründen zu können.

Dieser Buchauszug stammt aus dem TaschenGuide  „Vorstellungsgespräche“ von Uta Lorenz, Michael Rohrschneider und Claus-Peter Müller-Thurau.

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