Dein Boss ist Choleriker? So kommst du mit ihm klar

Du bist gerade neu im Job und eigentlich schon ausreichend beschäftigt. Fragen wie: Mit welchen Kollegen gehe ich am liebsten – oder karrieretechnisch gesehen – am besten zum Mittagessen? Von wem im Unternehmen bekomme ich schnell Hilfe und Infos, wenn ich sie brauche? Und wo trinke ich eigentlich mein Feierabendbier? Als ob das nicht reichen würde, bist du jetzt auch noch mit einem Choleriker als Vorgesetztem „gesegnet“, der regelmäßig seine ganze Mannschaft an die Wand schreit. Oder sich vor Wut am Büroinventar vergreift. Wir geben dir ein paar Tipps, wie du mit cholerischen Vorgesetzten am besten umgehst.

Zurückbrüllen? Besser nicht

Eins ist klar: Für sachliche Argumente ist der Chef in Zeiten der Wutausbrüche nicht zugänglich. In der Akutphase sind Choleriker in ihrem ganz eigenen Film. Argumente lösen sich im Höllenfeuer auf, das deinen Boss gerade umgibt – und selbst wenn sie ihn erreichen, ist in seinem Kopf gerade niemand, der zuhören könnte. Dem eigenen Seelenheil mag es helfen, einfach zurückzubrüllen. Konstruktiv ist es nicht und hinterlässt am Ende der Auseinandersetzung doch eher einen faden Beigeschmack statt Glücksgefühlen. Doch was dann?

Der Drei-Schritte-Rettungsplan bei Cholerikern

Erstens: Beende die Interaktion. Sofort. Signalisiere ihm, dass du verstanden hast, dass er nicht zufrieden ist. Und dass du ihn gehört hast. Das ist wichtig, denn Herumbrüllende leiden allzu oft unter dem Eindruck, dass dem nicht so ist. Also: „Sie waren mit meinem Input nicht einverstanden. Das habe ich gehört. Ich kümmere mich sofort darum“. Und dann geh. Punkt.

Zweitens: Bitte ihm um ein Gespräch unter vier Augen. Und zwar mit etwas Abstand. Wenn sich die Schwefelwolke verzogen hat und in der Zwischenzeit vielleicht ein paar Dinge passiert sind, die ihn wieder etwas fröhlicher gestimmt haben, ist er auch für Manöverkritik offen. Denn, und das unterschätzen viele Angestellte, auch Chefs – zumindest die grundsätzlich guten – möchten und brauchen Feedback. Und sind offen, wenn ein Mitarbeiter um ein Gespräch bittet.

Drittens: Führe das Gespräch. Klar und sachlich. Das braucht ein wenig Mut, klar. Dennoch solltest du deinen Standpunkt klarmachen. Wichtig: Schildere, wie du dich in dem Moment gefühlt hast. Etwa: „Ich habe verstanden, dass Sie mit meiner Leistung nicht zufrieden waren. Dass Sie mich in dem Moment angebrüllt haben, empfand ich allerdings als sehr demotivierend. Mir ist klar, dass ich die Aufgabe in Zukunft anders erledigen muss. Ich wünsche mir nur, das Feedback in Zukunft in einer etwas ruhigeren Tonlage zu bekommen. Oder wie sehen Sie das?“. Der letzte Satz ist wichtig, denn damit signalisierst du, dass du Interesse an seiner Perspektive hast und lädst ihn ein, sie dir mitzuteilen.

Steter Tropfen… oder eben nicht

Hast du den Rettungsplan mehrere Male durchlaufen und dein Chef bleibt auch weiterhin ein unberechenbarer Choleriker, solltest du dir ernsthaft die Frage stellen, ob die Vorteile des Jobs die Wutanfälle aufwiegen. Denn er wird sich nicht verändern, ganz einfach, weil er es nicht will.

Mehr lesen: „Manage your boss“ von Caspar Fröhlich.

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