Konfliktmanagement für Berufseinsteiger

Konflikten kann auf Dauer niemand entgehen – auch und besonders in der Arbeitswelt. Sie können von alltäglichen Diskussionen über dreckiges Geschirr in der Küche bis hin zu Psychoterror und Mobbing reichen. Besonders Berufseinsteiger sind in Konfliktsituationen häufig überfordert und reagieren falsch. Wie gutes Konfliktmanagement geht, dafür findest du hier einige Tipps.

Konfliktmanagement: Aller Anfang ist schwer

Berufseinsteiger haben häufig große Schwierigkeiten in Konfliktsituationen, da sie noch nie in eine berufliche Auseinandersetzung geraten sind. Möglicherweise sind die Kollegen noch relativ unbekannt und die eigene Rolle im Gefüge noch nicht gefestigt. Daher ist die Unsicherheit über das richtige Vorgehen beim Konfliktmanagement groß.

Doch Konflikte bergen auch Potenzial, sie zeigen Probleme auf, stoßen Kommunikation und Veränderung an und schärfen das Problembewusstsein der Mitarbeiter. Damit ein Konflikt jedoch sein Potenzial entfalten kann, muss er erkannt werden. Dies hängt stark davon ab, wie gut die Mitarbeiter zwischenmenschliche Probleme erkennen können. Oft wird aus Angst vor einer Auseinandersetzung die eigene Wahrnehmung ganz unbewusst eingeschränkt und selektiv.

Äußere Anzeichen für Konflikte richtig deuten

Für Außenstehende, besonders für Personaler, zeigen sich oft Merkmale, die darauf deuten, dass ein Mitarbeiter in einen offenen oder schwelenden Konflikt verwickelt ist: Er zieht sich zurück, hat hohe Fehlzeiten, ist häufig krank, macht nur noch Dienst nach Vorschrift und hat innerlich vielleicht sogar schon gekündigt. Diese Merkmale können ihn noch stärker ins Negative ziehen und die Situation für ihn immer unerträglicher machen.

Bevor du wegen Kleinigkeiten einen Streit vom Zaun brichst, der möglicherweise heftigst eskalieren kann, solltest du abwägen, ob das Problem eine Auseinandersetzung wert ist. Behalte dabei deine begrenzten Ressourcen im Blick, wie Zeit, Gesundheit, psychische Belastbarkeit, die dauerhafte Arbeitszufriedenheit und nicht zuletzt, den Einfluss des Konflikts auf deine Karriere. Überleg erstmal, ob es noch andere Möglichkeiten der Problemlösung geben könnte. Oftmals hilft auch der Austausch mit außenstehenden Kollegen oder Freunden über deren Erfahrung im Umgang mit Problemen am Arbeitsplatz. Nicht zuletzt ist Konfliktlösung auch eine Aufgabe des Vorgesetzten. Wenn du dich als Berufseinsteiger in einer Situation überfordert siehst, solltest du vielleicht den Chef um Hilfe bitten.

Tipps für besseres Konfliktmanagement

Stellt sich dennoch für Sie heraus, dass die Auseinandersetzung unvermeidbar ist, solltest du in Sachen Konfliktmanagement strategisch vorgehen:

  1. Bau Selbstsicherheit auf. So kannst du vermeiden, im Laufe des Konflikts in eine negative Spirale gezogen zu werden. Und du kannst dich auf deine Erfolge besinnen.
  2. Verbesser deine sozialen Kompetenzen. In einem Konflikt sind kommunikative und soziale Kompetenzen von größter Bedeutung.
  3. Such dir Verbündete. Wenn du Rückendeckung hast, kannst du deinen Standpunkt besser vertreten. Außerdem vermeidest du durch den Austausch Frustration und negative Gefühle.
  4. Entwickel Handlungsperspektiven. Versuch, die Blickrichtung zu wechseln und dich in dein Gegenüber zu versetzen. Wäge die jeweiligen Prioritäten gegeneinander ab und justiere eventuell deine eigenen Forderungen.
  5. Sprich es an. Sprich sachlich mit deinem Gegenüber über das Problem. Trenn dabei  persönliche Gefühle von der sachlichen Ebene.
  6. Bleib bereit für Kompromisse. Deine Wünsche werden nicht vollkommen erfüllt werden. Verhalte dich sozial und denk auch an die Perspektive und die Prioritäten deines Gegenübers.
  7. Trefft gemeinsam eine Entscheidung. Versuch, dich  friedlich zu einigen und geht die Überwindung des Problems zusammen an.

Ein Konflikt verläuft nicht immer friedlich, aber du kannst durch eine entsprechende Strategie und gute Vorbereitung viele Unannehmlichkeiten vermeiden. Nicht zuletzt gilt die Devise: Blick positiv in die Zukunft. Versuch, unvoreingenommen zu bleiben und nicht die Zuversicht in die gemeinsam erarbeitete Lösung zu verlieren.

Weiterlesen: „Konflikte erfolgreich managen“ von Eberhard G. Fehlau

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