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Flexibel bleiben: 10 schnelle Finanztipps

Wenn du beim Gehalt gut verhandelt hast und keinen zu ausschweifenden Lebensstil pflegst, bleibt normalerweise am Monatsende immer ein wenig von deinem Gehalt übrig. Nicht nur im Job, sondern auch in punkto Geldanlage solltest du dir richtigen Entscheidungen treffen. Im letzten Blogbeitrag zum Thema „Geldanlage und finanzielle Vorsorge“ habe ich dich vor manipulativen Sprüchen unfairer Finanzberater gewarnt. Und dir versprochen, dich weiterhin unabhängig und neutral aufzuschlauen. Einige haben nun gefragt, ob es nicht ein paar schnelle, grundlegende Geld- und Finanztipps gibt.

Meine 10 besten Finanztipps

Gerne habe ich dir meine Favoriten hier zusammengestellt. Am besten wäre natürlich, wenn du hinter einige schon mal einen Haken für dich setzen kannst. Also schauen wir mal:

1. Investiere in nichts, was du nicht verstehst

Bei Geld- und Finanzfragen gilt: Meide intransparente und komplexe Finanzprodukte. Und wenn du denkst, du hast es verstanden, erkläre es in vier, fünf kurzen Sätzen deiner Großmutter. Das ist der Test.

2. Verstehe Inflation (Teil I)

Verstehe den Unterschied zwischen nominellen Größen (reine Zahlen, Eurobeträge, Zinssätze) und realen Größen (tatsächlicher Wert hinter den Zahlen). Ziehe, grob gesagt, vom rein nominellen Zinszuwachs (z. B. 2,5 %) die Inflationsrate ab (z. B. 2 %), um den realen Wertzuwachs festzustellen (hier also 0,5 %).

3. Verstehe den Unterschied zwischen Geldvermögen und Sachvermögen

Am Geldvermögen – Tagesgeld, Sparbuch, staatliche Altersrente, betriebliche Altersvorsorge, Lebens- und Rentenversicherung – nagt die Inflation. Der Wert dessen, was du für die gleiche Anzahl Euro später kaufen kannst, sinkt. Sachvermögen wie Aktien, Edelmetalle/Rohstoffe, Immobilien st dagegen grundsätzlich inflationsgeschützt, diese Preise steigen mit. Eine Garantie dafür gibt es freilich nicht.

4. Spare flexibel

Deine Geldanlagen sollten für dich verfügbar und anpassungsfähig sein. Du solltest sie also ohne weiteres erhöhen, ganz oder teilweise auflösen oder ruhen lassen können. Lasse dich nicht mit Kündigungsfristen, Strafgebühren oder ähnlichem binden.

5. Halte eine Liquiditätsreserve

Ein Cash-Anteil von rund zwei Monatsnettogehältern auf deinem Girokonto ist eine sinnvolle Reserve. Es kann immer etwas passieren, dann bist du schnell flüssig – und kannst zahlen. Finanzielle Freiheit bedeutet Unabhängigkeit. Akzeptiere auch, wenn du auf deinen „Notgroschen“ keine Zinsen erhältst. Das sollte dir deine Unabhängigkeit wert sein.

6. Halte konsequent die Kosten klein

Ignoriere bei jeder Geldanlage- und Finanzentscheidung „unverbindliche Musterrechnungen“. Konzentriere dich stattdessen auf die verbindlichen laufenden Kosten und Gebühren (Gesamtkostenquote, TER usw.).

7. Schließe nur wichtige Versicherungen ab

Abgesehen von gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen solltest du nur solche Versicherungen abschließen, die ein möglicherweise existentielles Risiko abdecken. Dazu gehören private Haftpflicht und Berufsunfähigkeit. Glasbruch-, Reisegepäck- oder Handyversicherung gehören sicher nicht dazu.

8. Mache dir klar: Keine Rendite ohne Risiko

Risikozuschläge sind keine Zinsen. Wenn dir also jemand eine höhere Rendite verspricht, ist das keine risikolose Verzinsung, sondern ein Risikoaufschlag. Es gibt nichts umsonst. Der Preis für mehr Ertrag ist ein höheres Wagnis, das du eingehen musst. Welche Risikoprämien lohnen sich? Und welche passen zu dir?

9. Hinterfrage die Motive deines Gegenübers

Besonders, wenn er dir Tipps oder Empfehlungen zu Geldanlage, Finanzgeschäften oder Altersvorsorge gibt, solltest du die Interessen des Anbieters herausfinden. Was hat dein Gegenüber davon? Verdient er daran? Und wenn ja, wieviel?

10. Verfolge aktiv die Entwicklung deiner Geldanlage

Du solltest jederzeit die Entwicklung deiner Geldanlage selbst verfolgen können. Mache dich also nicht abhängig von (Öffnungs)Zeiten und der Verfügbarkeit eines Beraters.

Soweit meine Finanztipps in Kürze. Na, wie viele Haken gibt es schon auf der Liste für dich? Gerne das nächste Mal mehr. Bis dahin: Sei kein LeO!

Hartmut Walz

Hartmut Walz

Prof. Dr. Hartmut Walz ist ein führender Verhaltensökonom und Entscheidungsexperte. Sein Kerngebiet ist die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Psychologie, insbesondere die Frage, wie wir (noch) besser entscheiden. Als Professor, Redner und Autor hat es sich Walz zum Ziel gemacht, möglichst viele Menschen von den Erkenntnissen der Verhaltensökonomie profitieren zu lassen. Dies tut er anschaulich, in leicht verständlichen Bildern, mit AHA-Effekt und Augenzwinkern. Walz ist Autor zahlreicher Fachartikel, der HAUFE-Bücher „Einfach genial entscheiden“ und „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ sowie des Hartmut Walz Finanzblog.

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